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[WoCh] VERSUS
Beitrag: #1
vom - [WoCh] VERSUS
[Bild: versus.png]

Am Abgrund einer tiefen Klippe stand eine junge Frau. Ihr weißes Kleid war zerrissen und von ihrem eigenen Blut benetzt. Wie ihre roten Haare war es beschmutzt von Matsch und seit Stunden andauerndem Regenguss. Mit ihren beiden Händen umklammerte sie fest ihr zuverlässiges Schwert.
Eine überdimensionale Schlange, die sie durch dreckige Wälder gescheucht und ihr so zugesetzt hatte, stand ihr fauchend gegenüber und hatte sie in die Enge getrieben. Das Blut der jungen Frau rann von den scharfen Zähnen des schuppigen Monsters. Die Schlange selbst hatte auch einige Schläge eingesteckt, doch schienen deren Schuppen sie vor größerem Schaden bewahrt zu haben.
Die Frau erinnerte sich wie es zu all dem gekommen war. Ein Nobelmann hatte sie als Assassin beauftragt, das Monster zu jagen, welches deren Dorf terrorisierte. Sie war von ihren Fähigkeiten überzeugt gewesen und hatte sofort zugesagt. Sie hätte sich über das Monster informieren sollen, bevor sie sich entschied.
Diese Bestie in Form einer Schlange, die sich nun vor ihr auftürmte, war der König unter den Monstern dieser Umgebung. Sie hätte sich besser vorbereiten sollen, doch nun war es zu spät dafür.

Die Assassin blickte über ihre Schulter in die Tiefe, die sich hinter ihr erstreckte. Der Fall war tief und es gab nichts, dass eine Landung abbremsen konnte. Aus dem Hang wuchsen keinerlei Gewächse, an denen die Frau sich retten hätte können und es gab auch keine nahen Vorsprünge. Zwei Schritte nach hinten und ihr Tod wäre besiegelt.
Das gleiche, das wusste sie, galt jedoch auch für die Schlange. Konnte sie das Wesen irgendwie über die Klippe treiben, würde auch es in dessen sicheren Tod stürzen. Mit diesem neuen Plan, entschied sich die Frau, das Monstrum mit weiteren Angriffen zu provozieren.
Sie rannte auf das Untier zu und schlug nach dessen langem Körper. Sofort reagierte das Monster und versuchte den Angreifer mit seinen Reißzähnen zu erfassen. Die Assassin wich aus und schlug erneut zu. Ihre Angriffe waren nutzlos. Die Schlange schlug mit deren Ende nach ihr und warf sie zurück in Richtung der Klippe.

Charlet Arkana, die Blutstreicherin.
Híru Akuma, König der östlichen Wälder.

Die Bestie sprang auf die Assassin zu und attackierte erbost. Die Frau hatte auf diesen Moment gewartet und wich aus, womit sie es schaffte, dass die Schlange über die Klippe hinaus schoss. Zu früh freute sich jedoch die Frau, denn dann wurde sie von dem Schweif der Schlange erfasst und mit in die Tiefe gerissen.
Die beiden stürzten, doch die Assassin gab noch nicht auf. Das Monster fauchte verwirrt und erzürnt, doch war es zu schwer, um sich noch zu wehren. Erneut zog die Frau ihr zuverlässiges Schwert – dieses Mal erstrahlte es in hellem rot.
„Híru Akuma, König der östlichen Wälder!“
Die Frau schrie durch peitschenden Wind und Regen.
„Wenn Ihr mit mir, Charlet Arkana, einen Pakt eingeht, werde ich euer Leben sparen!“
Die roten Augen der Schlange weiteten sich. Sie schien sich innerlich davon abzuhalten, zuzustimmen, doch was hatte sie für eine andere Chance?
Das Monstrum fauchte wütend, doch begann es schließlich in derselben Farbe wie das Schwert der Assassin zu erleuchten.

Die Schlange verschwand sofort, das Schwert der Assassin verformte sich und sie schwang ihre besessene Klinge mit einem Schrei in die Fallrichtung. Eine schlangenförmige Druckwelle stieß aus der Spitze der Klinge in die Tiefe, traf auf den Boden und verlangsamte den Fall drastisch. Schließlich landete die Frau wohlbehalten auf dem Grund der Schlucht. Sie hatte es geschafft, ihre Mission zu erfüllen.
Stunden später kam sie zurück ins Dorf. Sie berichtete dem Nobelmann von ihrem Kampf mir Híru, ihrem Sieg, und erhielt eine versprochene Summe an Gold dafür. Er wollte ihr auch noch eine Bleibe für die Nacht, ein Festmahl, neue Kleidung und einen Arzt für ihre Wunden anbieten doch lehnte die Assassin zu all diesem ab und verließ das Dorf so schnell sie konnte.
Einige Kilometer entfernt auf einen Hügel blieb sie stehen und wandte ihren Blick zurück zu dem Dorf. Sie zog ihr besessenes Schwert und richtete dessen Spitze dem Dorf entgegen. Die klinge zitterte dabei wütend und schimmerte leicht rötlich.
„Híru, deine Monster haben ihren König verloren. Sie werden dieses Dorf als Rache für diesen Verlust verschlingen.“ sprach die Asassin zu sich selbst und lächelte schwach.
„Die Dummheit von uns Menschen. Unsere Unfähigkeit, zu sehen, was unsere Aktionen auslösen können. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir uns selbst zerstören.“
Sie steckte ihr Schwert wieder fort und machte sich auf den Weg - ein Ziel hatte sie nicht. Sie wollte nicht mehr in der Nähe sein, wenn die nächste Nacht herein brach… 

[Bild: iCjLV3S.png][Bild: 43066_s.gif][Bild: l1r9YGL.png]

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